11.01.2018

von akz-o B° RB

Antiblockiersysteme für Pedelec und Co.

Die Zweiradtechnik hat mit der Präsentation des ersten serienreifen Antiblockiersystems für Pedelecs einen wichtigen Meilenstein erreicht. Ob diese aufwendige Technik später den Sprung in das echte Fahrrad schafft, bleibt heute noch ungewiss. Die Entwicklung läuft eher in eine andere Richtung

Ein spezielles Antiblockiersystem (ABS) soll dafür sorgen, dass Pedelec-Fahrer auch bei heftigen Bremsmanövern stabil bleiben

Offensichtlich entwickelt sich das Pedelec immer mehr vom Fahrrad weg: Die Akkus verschwinden in voluminöse Rahmenrohre, leistungsstarke Beleuchtungseinrichtungen beziehen die Energie aus der Traktionsbatterie, multifunktionale Bordcomputer bieten mannigfaltige Informationen, die Schaltung wandert vom Hinterrad in den Mittelmotor und die Hersteller übertrumpfen sich mit opulenten Drehmomenten.

Für das Pedelec sind es grundsätzlich sinnvolle Evolutionen. Doch was bleibt vom Fahrrad mit elektrischer Tretunterstützung, wenn auch angesichts der Tempo- und Tuningwünsche von Fahrradkunden einige Händler bei einer Umfrage der Branchenzeitschrift SAZ eine Unterstützung bis 35 km/h wünschen? Vielleicht landen wir wieder beim Mofa, was auch nur noch die Pedale mit einem Fahrrad teilte und schließlich mittels einer Motorrad-Helmpflicht ausgebremst wurde.

Ab Herbst 2018 sollen Pedelecs mit eBike ABS im Handel erhältlich sein. Man darf gespannt sein, ob der ehrgeizige Zeitplan in die Produktionszyklen der Fahrradindustrie passt. Das eBike ABS soll es nur komplett als Mehrausstattungsoption bei neuen Pedelecs mit 28 Zoll Laufrädern und Vierkolben-Scheibenbremse geben.

Wer zu stark bremst, verliert –die Physik. Bei der Betätigung des Bremshebels drückt der Bremsdruck die Bremsbeläge - vereinfacht dargestellt - an das rotierende Rad. Bei einer guten Bremse wird allgemein die resultierende Bremskraft bzw. Abbremsung von der Reifenhaftung auf der Fahrbahn begrenzt - nach der Haftreibung folgt die geringe Gleitreibung des blockierenden Rades. Ein blockierendes Rad bremst folglich schlechter und kann außerdem keine Seitenführungskräfte übertragen; das Rad bzw. das Fahrzeug kann also seitlich ausbrechen. Ein ABS sorgt für eine Begrenzung der Bremskraft knapp unter der maximalen Reifenhaftung. 

Beim Zweirad hat das ABS für das Vorderrad eine weitere wichtige Funktion: Es kann durch die Regulierung der Bremskraft das Abheben des Hinterrades, also einen gefährlichen Überschlag verhindern.

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